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Brückenzoll in Untermarchtal

Wir blättern in der Geschichte Untermarchtals zurück - Vor 160 Jahren Aufhebung des Brückenzoll in Untermarchtal

In der Sonntagsausgabe vom 1. März 1936 „In der Heimat“ des Donauboten mit Marchtaler Nachrichten vermerkt die Schriftleitung und Verlag von Hermann Traub in Munderkingen folgende Nachricht: Jahr 1851: Der Brückenzoll in Untermarchtal wird abgelöst. Bisher mußte jedes Rad 1 Kreuzer und jedes Pferd 1 Kreuzer bezahlen. Die Kuh gleichfalls 1 Kreuzer, Kalb und Schwein 1/2 Kreuzer. Obermarchtal und der Klosterort Kirchbierlingen waren abgabefrei. Die Brückenbaulast: Das Abfindungskapital beträgt 5480 Gulden und ist nun der Brücke zur Unterhaltung und zum Neubau dem Staat übergeben von der Gutsherrschaft (Grundherrschaft derer von-Speth). Die Gemeinde hatte früher beim Neubau und Reperatur der Brücke Hand- und Spanfron zu leisten. Bei der Ablösung ging die Gemeinde frei aus.

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Untermarchtaler Donaubrücke 1951 als Notbrücke aus Holz mit 14 Wasserstandjochen. Damals vollkommen überlastet und dem Verkehr nicht mehr gewachsen. Zudem mit dem nahen Bahnübergang als Nadelöhr und den gesamten Durchgangsverkehr der B 311 durch den Ort.

Dazu eine redaktionelle Anmerkung: Der ehemalige Klosterort Kirchbierlingen gehörte bis zum Reichsdeputationshauptbeschluß 1803 und der Säkularisation 1806 zum Klosterterritorium Marchtal (Obermarchtal). Diese Einwohner mit ihren Fahrzeugen und Tieren mußten laut den Verträgen zwischen der Vorderösterreichischen Regierung dem Kloster Marchtal und der Schwäbischen Reichritterschaft ohne Brückenzoll über die Brücke gehen können. Dem Brückenzoll-Einnehmer, der Spethschen Untermarchtaler Grundherrschaft war dies natürlich immer ein Dorn im Auge, fiel dadurch doch viel Brückenzoll aus. Das Einvernehmen zwischen Ritterguts-Grundherrschaft der von Speth und dem Kloster Marchtal mit deren Äbten war nachweislich öfters gestört. Auch das Aussterben der Freiherren von Speth in der männlichen Linie mit dem Tod des letzten Untermarchtaler Freiherren Friedrich-von-Speth im Jahre 1850 hatte diesen Wandlungsprozess beschleunigt. Dazu gehörte auch die Auflösung des Kloster Marchtal im Jahr 1803 und die Übernahme durch die Fürsten von Thurn und Taxis. Das Untermarchtaler Spethsche Rittergut wurde im Jahre 1853 an Pfarrer Anselm Hermann Schuster für 110 000 Gulden verkauft.

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Im Jahre 2011. Hier kann der Straßenverkehr der Landstraße über die neue Donaubrücke fließend bewältigt werden. Ebenso hat der Bahnübergang mit der neuen Sicherungstecknik einen beschleunigten Nutzungseffekt.

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