• Gemeinde Untermarchtal Panorama

FFW Untermarchtal - Eigenleistung und historischer Brunnen

Der 500 Jahre alte Brunnen ist renoviert.

Der etwa aus dem 15. Jahrhundert stammende alte Brunnenschacht unmittelbar neben dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Untermarchtal ist jetzt von Fachkräften fertig gestellt worden. Damit bekommt der Außenbereich beim neuen Feuerwehrgerätehaus eine wesentliche Bereicherung. Bürgermeister Bernhard Ritzler freut sich zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und allen Untermarchtalern, dass mit Wolfgang Walk als Trockenbau-Fachmann, Hans Freudenreich, als Ehrenkommandant der Wehr, und Karl Vogelsang, tüchtige Helfer bei der Renovierung des historischen Brunnenschachts am Werk waren. Dieser ehrenamtliche Einsatz sei lobenswert, sagte der Untermarchtaler Schultes. Mit dem Aussehen des Brunnenschachts sowie der fachmännischen Ausführung mit dem geeigneten Material können die Restauratoren stolz auf sich sein. Zur Trockenbau-Mauertechnik wurde von Wolfgang Walk der beste Weißjura-Kalkstein aus dem nahen Steinbruch der Firma Schotterwerk Kirchen verwendet. Das lebendige Aussehen des Mauerwerks wird durch die Vermauerung mit Trasskalk und der oberen Abdichtung mit Trasszement verstärkt. Außerdem haben mehrere Kalksteine in der oberen Schicht bunte Eisenerzausfällungen, was als Bereicherung für den Betrachter gilt. Damit man besser in den Brunnenschacht hineinsehen kann, haben die Erbauer einen etwa 40 Zentimeter hohen Podeststandplatz am Brunnen mit dem gleichen Material erstellt. Sehen kann man jetzt in zirka neun Metern Tiefe, die auch künftig mit Licht ausgestrahlt werden kann. Wolfgang Walk, der in ganz Deutschland mit seiner Fachfirma ähnliche Bauwerke renoviert, schätzt die ursprüngliche Gesamttiefe des Brunnenschachts auf etwa 20 bis 30 Meter. Damit ist der Grundwasserspiegel der etwa 80 Meter entfernten Donau gut unterschritten und gewährleistete für die Nutzer des Brunnens zu jeder Jahreszeit genügend gutes Wasser. Das geschmiedete obere Abdeckgitter aus verzinktem Eisen wurde nun im Herbst 2010 fachmännisch angebracht. Dies dient der Sicherheit des Brunnenbetrachters. Diese Aufgabe wurde von Herrn Karl Pappelau in ehrenamtlicher Arbeit übernommen. Die Kunstschmiede Roth übernahm das Verzinken des von Herrn Pappelau geschmiedeten Gitters. Dafür ebenfalls ein recht herzliches Dankeschön im Namen der Feuerwehr und Gemeinde. Das nahe Bodenumfeld des Brunnes ist nun mit geeigneten und passenden Pflastersteinen in Eigenleistung der FFW Untermarchtal versehen worden. Wann die Gesamtanlage des Untermarchtaler Feuerwehrgerätehauses fertig ist, steht noch nicht fest. Mehrere Arbeiten, müssen noch in Eigenleistung der FFW Untermarchtal ausgeführt werden.

Historische Hintergründe zum Brunnenschacht

Das Wissen oder Vorhandensein eines ehemaligen Brunnen vor seinem Heimathaus bestätigte in einem Gespräch Herr Karl Fundel, der Vorbesitzer des Grundstückes, auf dem nun das neue Feuerwehrhaus entsteht. Schon sein Vater Karl Fundel sen. habe vom Standort eines Brunnen vor dem elterlichen Wohnhaus gewusst und dies von seinem Onkel Franz-Josef Fundel, Bäcker- und Wagnermeister, der in jenem Haus gewohnt hat, erfahren. Im Winter, wenn Schnee gefallen war, taute dieser über dem betonierten Deckel immer schnell ab. Ein untrügliches Zeichen vom Vorhandensein des Bunnen aus frühen Jahrhunderten. Vom Hausgiebel sei der Brunnen etwa zwei Meter entfernt gewesen, erläuterte Karl Fundel, als Zeitzeuge. Der historische Brunnen, dessen Entstehung das Landesdenkmalamt auf das 15. Jahrhundert zurückführt, hat seinen Dienst nach der Erbauung der neuen „Hochdruck-Wasserversorgung“, wie diese in dieser Zeit genannt wurde, im Jahre 1903 aufgegeben. Der Brunnen wurde damals leider fast ausschließlich mit Erde und Schutt aufgefüllt, danach mit einem Betondeckel versehen. So wie dieser Brunnen zeigt, ist noch eine Brunnentiefe von ca. 9 Meter vorhanden. Die jetzige, in den Monaten Juli und August 2010, nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ausgeführte fachmännische Errichtung des oberen herausragenden Teils des Brunneschachtes in unmittelbarer Nähe des neuen Feuerwehrgerätehauses, ist eine wesentliche Bereicherung des dörflichen Umfeldes in der Ortsmitte von Untermarchtal.

Eigenleistungen durch die FFW Untermarchtal

Nur durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr konnten im Jahr 2010 viele Bauabschnitte in Eigenleistung bewältigt werden. Somit konnten Kosten und Investitionen in beträchtlicher Höhe eingespart werden.